My dubbin heart

Auf den Dub gekommen bin ich erst vor kurzem, vor einem pupsigen halben Jahr. Und ich kann genau sagen, wie es war: Ich kam aus London zurück, war ständig feiern und fand einen Typen gut – hm, sehr gut, der Reggae hörte. Ein bisschen hatte ich Indie und Elektro satt, die ersten warmen Tage kündigten sich an und das Leben war entspannt. Reggae war genau das Richtige, ich hatte auch lang nichts mehr damit zu tun gehabt.

Also Reggae, am besten spanischsprachigen, denn der schöne Typ war ein Spanier. Mit Reggae kam schnell Ska, kam Weltmusik und der Kreis schloss sich nach einer bunten Reise durch die virtuelle Musikwelt bei Groundation, das sogar ganz analog.

Groundation sind Götter des Roots Reggae!
Einem Lied, „Groundation Chant“, folgt auf dem Album die gedubbte Version desselben. Ich hörte es mir an, fands langweilig, kam wieder auf das Original zurück, und hörte es mir Tage später noch einmal an: Der Text fast völlig rausgenommen, und das, was da war mit einem Nachhalleffekt versehen. Melodie und Rhythmus auf das Essentielle, den Riddim, reduziert, dunkler, langsamer, nachhallender, verzerrter, drummiger, bassiger.
Und plötzlich ging mir die gedubbte Version von „Groundation Chant“ durch Mark und Bein, und tief ins Herz. Dort hat sich der Dub festgesetzt und treibt seither seine schwarze Magie durch meine Venen.

Höchst interessant ist die Entstehungsgeschichte dieses, einerseits Musikgenres, andererseits Musikeffekts, der als B-Seite auf Reggae-Platten seinen Ursprung fand. Angeblich aus einer Platte, bei der vergessen worden war, die Vocals mitzupressen, kam die Beliebtheit von Instrumentalversionen exisitierender Reggaesongs auf, zu der die DJs toasten („rappen“) konnten. Der gute, alte King Tubby war es, der die schnell beliebt werdenden Instrumentalversionen weiter bearbeitete und eben jene Effekte auf den Riddim legte, für die Dub dann bekannt wurde.
Den Begriff gab es übrigens schon lange vorher und hatte die unterschiedlichsten Bedeutungen, unter anderem leitet er sich aber vom englischen „to double“ ab.

Was hat Dub vor mir schon beeinflusst? Fast alles: Drum and Bass, Dubstep, Techno, Trip Hop, Rock, Punk, Hip Hop usw. und im Rückschluss wieder Reggae. Es gibt natürlich auch gedubbte Versionen von Dub tracks. Double dub, sozusagen. Also, Dub dub. dub-dub-dub-dub-dub-du

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