Wie schmecken Apfelkerne?

Katharina Hagenas Debüt ist eine Sommerlektüre in allen Sinnen. Feenhaft leichte Sprache, jedes Kapitel eine neue Geschichte, in die man sich hineinträumen kann, und ein Happy End. In Der Geschmack von Apfelkernen sind Natur und Mensch harmonisch verbunden, erstere spiegelt die Höhen und Tiefen im Leben des zweiten wider, schmückt, bereichert und nährt es.

Eine schöne Idee, leider aber keine neue, und außerdem ist es eben dieses Blumige und Sanfte und Magische leider auch, das ein bisschen nervt in seiner Opulenz.
Es wimmelt nur so von Symbolik, die nahezu an magischen Realismus grenzt, da werden rote Johannisbeersträuche weiß, als ein Mädchen stirbt, ein Apfelbaum blüht zum zweiten Mal, als sich ein Paar unter ihm liebt, und aus den Händen einer Tante fliegen Funken.
Man hat unweigerlich das Gefühl, schon einmal so eine Geschichte gelesen zu haben: drei Generationen exzentrischer Frauen, deren Geheimnisse und tragisch-romantische Geschichten nach und nach von der Protagonistin aufgerollt werden. Iris ist die jüngsten in einer Reihe von Frauen, die alle in dem norddeutschen Haus ihrer Großmutter lebten, das sie nun nach deren Tod geerbt hat.

Die Geschichten, denen Iris auf die Spur kommen will, handeln von unglücklichen Lieben, vom Tod und im Großen und Ganzen von der Exzentrik ihrer weiblichen Verwandten. Jede von ihnen ist auf ihre Weise etwas Besonderes, fast Ungewöhnliches und Iris erinnert sich hauptsächlich mit Bewunderung an diese Gestalten, die ihr Leben begleitet haben.

Die Handlung in Der Geschmack von Apfelkernen gibt an sich nicht viel her, es ist alles schon da gewesen in anderen und ähnlichen Büchern, fast wirkt die Geschichte sogar altmodisch. Märchenhaft und fern sowieso, da sich das Meiste in Iris‘ Kopf abspielt.
Zum Nachdenken, um das Hirn anzuregen eignet sich der Roman also nicht. Ich habe dennoch gerne weitergelesen, da die Schreibweise und die Bilder, die die Autorin zeichnet, ganz köstlich schmecken an lauen Sommertagen.

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