2014: Von Lebensrausch bis Buchfrust

Ich mache mich warm für ein neues Blogger-Jahr! Es warten ein paar Bücher darauf vorgestellt zu werden, aber die müssen sich noch gedulden, denn die Frau Zucker hat noch nicht genug Kraft für das neue Jahr getankt. Das liegt an allerlei Dingen: erstens der graue Winter (wenn er wenigstens blau und weiß wäre!), zweitens die fehlende Motivation für Dinge, die mit Arbeit zu tun haben (wie seltsam …) und drittens etwas, das ich noch nicht verraten werde (ein Geheimnis!). Trotzdem will ich mich aus meinem Winterschlaf zwingen und tue das, indem ich ein bisschen über das letzte Jahre plaudere.

Berg-und-Tal-Fahrt

Das letzte Jahr war tatsächlich so etwas wie ein abgeschlossener Zeitraum. Es hatte einen Anfang, in dem ich mich neu sortiert habe, einen furiosen Höhepunkt und ein dramatisches Ende. Es war ein Jahr der Emotionen, von euphorischen Ekstasen bis zu existentiellen Ängsten, ich war eine strahlende Königin und ein unsichtbarer Wurm!

Ich habe das Jahr 2014 zu meinem Partyjahr erklärt und meinen Feierdurst in diversen Berliner Clubs und auf wilden Festivals gestillt. Wer selbst auf solchen Veranstaltungen unterwegs ist, weiß, dass sie in magischen zeitentrückten Parallelwelten stattfinden. Mein natürliches Umfeld, also. Außerdem habe ich hartnäckig an meinem Buch gearbeitet und mich trotz wiederkehrender Zweifel immer wieder am Kragen gepackt und aus dem Loch herausgerissen. Ein entscheidendes Erlebnis war dabei meine Teilnahme am NaNoWriMo, der jedes Jahr im November stattfindet und dazu auffordert, in einem Monat die Rohversion eines Romans niederzuschreiben. Zwar habe ich das Ziel nicht erreicht, aber ich habe endlich eine „Beziehung“ zu meiner Geschichte aufgebaut. Ohne die hat das Schreiben nämlich wenig Spaß und Sinn gemacht.

Das Kreuz mit der Fantasy!

Während ich zwei meiner liebsten Tätigkeiten – tanzen und schreiben – voll ausgekostet habe, hat meine dritte Leidenschaft im Jahr 2014 leider etwas versagt. Ich habe zu wenige gute Bücher gelesen! Oder andersherum: Bücher, auf die ich mich gefreut hatte, haben mich enttäuscht. Ohne dass ich es mir vorgenommen hatte, bin ich mal wieder in eine Such-Phase nach guter Phantastik-Literatur gerutscht. Und daran verzweifle ich regelmäßig. Ich bin sicher, es liegt nicht daran, dass es zu wenig davon gibt, sondern, dass meine Recherche-Methoden nicht ausgereift sind. Wie dem auch sei, hier meine kleine Ausbeute an Bücherschätzen von 2014:

  1. THE MAGUS von John Fowles (ultrakomplexer Schinken)
  2. DAS JAHR MAGISCHEN DENKENS von Joan Didion (berührend, roh, tröstlich)
  3. ZU VIEL GLÜCK von Alice Munro (unverblümt, rätselhaft, weiblich)
  4. KATHEDRALE von Raymond Carver (Master of American short story)
  5. A DANCE WITH DRAGONS von George R. R. Martin (großer Erzähler, großer Lesespaß)
  6. DIE MAGIER VON MONTPARNASSE von Oliver Plaschka (vielschichtig, eigensinnig, figurenstark)
  7. DAS SCHNEEMÄDCHEN von Eowyn Ivey (magisch, winterlich, lebendig)

*

Die Fusion-Leute mögen es nicht besonders, wenn Fotos und Videos ihrer Veranstaltungen ins Netz gestellt werden. Das verstehe ich, aber ich gestehe heimlich, dass ich viel Freude an diesen gut gemachten Filmchen habe:

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4 Kommentare

  1. Hallo meine Liebe! Was du da soeben geschrieben hast, kann ich mit dem voleln Herzen nachvollziehen. Gerade wenn man selber schreibt, ist es oft dann sehr einfach, Mechanismen in Büchern zu entdecken – was kommt raus? Man wird nicht mehr überrascht.

    Ich schreibe selbst Fantasy und es fällt mir auch sehr schwer, neue – und gute – Fantasy-Literatur zu finden. Oft bin ich dann schon zufrieden, wenn ich einen einigermaßen stilistisch guten Roman lese, von Überraschung ganz zu schweigen. Es ist traurig, aber ich glaube, es kommt auch tw. vom Beruf. Das Einzige, was man tun kann, ist, selbst etwas Neues zu schaffen versuchen, was nicht eine x-beliebige Nachmache ist. Gerade in Fantasy, das ja oft gewisse Klischées verdient, kann das oft schwer sein.

    Darf ich dich fragen, ob du eine gewisse Vorliebe hast? (z.B. eher episches Fantasy, Romantasy, Urban Fantasy, Dark …) Vielleicht weiß ich ja ein oder zwei Bücher, die mir gefallen haben, die du noch nicht kennst.

    1. Ich habe von High Fantasy über Steampunk bis Urban Fantasy fast alle Fantasygenres gleich gern (nur das romantische Zeug vermeide ich, so richtig kann ich es auch nicht zur Fantasy zählen). Ich habe schon lange vor, mal ein Best of meiner liebsten Fantasylektüre zusammenzustellen, aber ich habe das Gefühl, da fehlt es noch an Stoff. Also, wenn du Tipps hast, immer her damit!

      Mit dem Anspruch Neues zu erschaffen ist es so eine Sache … Wenn man es ganz genau nimmt, ist das gar nicht mehr möglich. Aber die schönsten Geschichten überzeugen uns ja nicht mit ihrem Inhalt, sondern mit ihrer Umsetzung, also Sprache, Dramaturgie und Figuren, und mit dem, was drin steckt, Psychologie, Philosophie und der ganze Kram, der uns im Inneren bewegt. So empfinde ich das. Wie siehst du das?

      1. Also meine absolut liebste Urban-Fantasy-Reihe ist die „Kate Daniels“-Reihe von Ilona Andrews, einem amerikanischen Ehepaar. Ich glaube, der erste Band heißt Magic Burns oder Magic Bites auf Englisch, (es gibt bis jetzt 5 Bände, daher bin ich mir gerade nicht sicher!). Action, eine toughe Heldin, und die Liebesgeschichte ist nicht dominant aufgesetzt. Kann ich wirklich nur empfehlen; ich liebe Andrews Wortwitz.

        Da hast du Recht, sowohl mit dem „neues Erschaffen ist kaum möglich“ … gerade Fantasy lebt ja von seinen Klischées. Deswegen macht es mir immer besonders viel Spaß, diese aufzunehmen und sie dann rücksichtslos zu brechen … :D

  2. Ein weißer Winter hilft nicht wirklich in Sachen Kraft tanken. Ständig muss man die Pampe vom Bürgersteig entfernen und dafür auch noch früh aufstehen. Widerlich.
    Ein Geheimnis? Wie Aufregend. Weißt du schon ob es ein Mädchen oder ein Junge wird?

    Insgesamt klingt das nun sehr dramatisch. Da kann man fast schon zum Buchmacher rennen und darauf wetten, dass dein zweites Werk eine bald verfilmte Biographie wird, sofern du das erste überlebst, worum ich doch sehr bitten möchte. Verkaufszahlen sind schließlich nicht alles.
    Stellt sich nur noch die Frage ob Jennifer Lawrence dich spielt oder doch eher Kristen Stewart…

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