SERAPH 2015: Longlists sind online

Seit ein paar Tagen sind die Longlists für den SERAPH 2015, dem Literaturpreis der Phantastischen Akademie, online. Mich interessieren zuvorderst die Nomininierten für das „Beste Debüt“ und in diesem Jahr sind es die beiden Bastei-Lübbe-Titel, die mich locken können. Außerdem möchte ich Kai Meyers DIE SEITEN DER WELT lesen, weil es von Kai Meyer ist und weil es ein Buch über Bücher ist. Interessant klingt auch Christopher Eckers DIE LETZTE KRÄNKUNG.

Das Schöne am SERAPH ist, dass er die Definition von Phantastik recht weit fasst und über den Tellerrand des Dreigespanns Fantasy-Sci-Fi-Horror blickt, um auch in unüblicheren Gewässern zu fischen. Anders als das gefürchtete Feuilleton, das sich meist von allem, was offenkundig nach Fantasyscifihorror aussieht, fern hält, will der SERAPH diese Grenze nicht ziehen. Deshalb finden sich auch immer wieder Titel in den Nominierungen, die sich im Grenzgebiet von „ernster Literatur“* und „Unterhaltungsliteratur“* aufhalten. 2013 war das Cordula Simons DER POTEMKINSCHE HUND, im letzten Jahr war es Katharina Hartwell mit DAS FREMDE MEER, dieses Jahr sind es Christopher Ecker mit DIE LETZTE KRÄNKUNG und Robert Gwisdek mit DER UNSICHTBARE APFEL. Ich habe dieses Buch nicht gelesen, aber vielleicht sollte ich das nachholen, denn trotz aller Freude an der Grenzerweiterung bin ich skeptisch, ob ich das Buch zur Phantastik zählen würde. Hat jemand von euch das Buch bereits gelesen und eine Meinung dazu?

Das sind die Nominierten. Spricht euch davon etwas an? Vermisst ihr ein Buch in den Listen?

SERAPH 2015 Titel der Longlist „Bestes Debüt“:

SERAPH 2015 Titel der Longlist „Bestes Buch“:

  • Bagus, Anja: Waldesruh (Edition Roter Drache)
  • Brandhorst, Andreas: Das Kosmotop (Heyne)
  • Corvus, Robert: Schattenkult (Piper Taschenbuch)
  • Damerow, Christian: Des Schrecklichen Anfang (AAVAA Verlag)
  • Ecker, Christopher: Die letzte Kränkung (Mitteldeutscher Verlag)
  • Finn, Thomas: Aquarius (Piper Taschenbuch)
  • Hohlbein, Wolfgang: Der Ruf der Tiefen (Piper Taschenbuch)
  • lo Cascio, Priska: Die Herrscher von Dhaleth (Thienemann Verlag)
  • Meyer, Kai: Die Seiten der Welt (FISCHER FJB)
  • Mützlitz, Henning: Wächter der letzten Pforte (Papierverzierer Verlag)
  • Oldenburg, Jan: Kampf des Jahrhunderts (Piper Taschenbuch)
  • Peinkofer, Michael: Kampf der Könige (Piper Taschenbuch)
  • Perplies, Bernd: Imperium der Drachen 1 (Egmont INK)
  • Schenkel, Daniel: Die Mürenberg-Chroniken (Sarturia Verlag)
  • Stein, Maike: Du oder sie oder beide (MagellanVerlag)

Quelle: http://www.phantastische-akademie.de/

*Ich mag diese Begriffe nicht und finde sie unpassend. Gibt es andere elegantere Bezeichnungen, um die Unterscheidung zu machen zwischen dem, was die Feuilletons Literatur bzw. Trivialliteratur bezeichnen? Und ist Trivialliteratur gleich Unterhaltungsliteratur?


03.03.2015 Nachtrag: Mittlerweile ist die Longlist auf eine Shortlist geschrumpft. Nachzulesen im Börsenblatt: Seraph 2015 Shortlist.

Advertisements

5 Kommentare

  1. Den letzten Gedanken bei dem * finde ich sehr interessant! Ich war eine Zeit lang ein echter Literatursnob und hätte die Unterscheidung von „echter Literatur“ und „Trivialliteratur“ bestimmt zu 100% unterschrieben! Mittlerweile sehe ich das nicht mehr ganz so. Ich finde, wer eine Geschichte erzählt, der unterhält und schreibt Unterhaltungsliteratur. Manche lassen sich von Thomas Mann unterhalten und manche von Stephenie Meyer. Ob das eine mehr unterhält als das andere ist vom Leser abhängig.
    Mit dem Begriff Trivialliteratur tue ich mir auch schwer, denn ich finde die darin enthaltene Wertung unfair. Und überhaupt, was ist trivial? Ist automatisch alles trivial, was sich gut verkauft?
    Du siehst, ich finde die Bezeichnungen auch unpassend :-) Habe aber auch keine Alternative parat.

    1. „Trivial“ ist überhaupt ein ganz schlimmes Wort, mit dem niemand in Verbindung gebracht werden will. Da ist „Unterhaltung“ wahrlich das kleinere Übel.

      Kennst du die Sendung DRUCKFRISCH vom ARD? Ich finde sie sehr unterhaltsam, informativ und mit ausgezeichneter Hintergrundmusik bestückt. :) Denis Scheck nimmt es mit der Unterteilung zwischen E und U nicht so genau nimmt und Werke von Autoren wie George R.R. Martin, Susanne Collins oder Frank Schätzing neben literarischen Schwergewichten wie Margaret Atwood vorstellt, ohne dabei mit der Wimper zu zucken. So sollten es alle tun. :)

      http://www.ardmediathek.de/tv/Druckfrisch/George-R-R-Martin-Der-Fantasy-Meister/Das-Erste/Video?documentId=25347302&bcastId=339944

  2. Ein bisschen spät zur Party, aber spontan den Link habe ich zur „Flammenwüste“ geklickt, da ich was völlig anderes in Arbeit habe, das aber auch in einer Wüste spielt …

    Die Unterscheidung „ernst“ und „unterhaltsam“ finde ich auch nicht soo toll. Wenn überhaupt, müsste es eine Unterscheidung geben in „konzentriert sich auf die Story“ und „konzentriert sich auf die Sprache“, ohne Wertungen abzugeben, was besser ist.

    1. Das ist für mich die gleiche Kategorisierung nur netter formuliert.
      Ich mag doch auch Abenteuergeschichten mit einer ausgeklügelten Sprache lesen, bzw. will ich eigentlich NUR Abenteuergeschichten mit ausgeklügelter Sprache lesen.

      Ich fürchte, ich werde weiterhin von Feuilleton-Literatur und Nichtvomfeuilletonbeachtete-Literatur sprechen, auch wenn ich damit subtil die Mitleidsschiene fahre.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s