Diese sechs sind mir im März über den Weg gelaufen

SPIEGEL ONLINE: Und das soll ich lesen? Maren Keller und Sebastian Hammelehle nehmen im Gespräch ein Buch aus der SPIEGEL-Bestsellerliste unter die Lupe. Kurzweilig und subjektiv. Hier wird nicht rezensiert, sondern (spontanen) Gedanken und Meinungen Raum gegeben.

Victoria Schwab ist eine junge US-amerikanische Autorin, die im letzten Jahr mit ihrem Fantasy-Jugendbuch DAS MÄDCHEN, DAS GESCHICHTEN FÄNGT in Deutschland auf sich aufmerksam machte. Dabei hat V. E. Schwab schon ein paar weitere interessante Jugendbücher geschrieben, darunter VICIOUS, das ich mir zu Gemüte führen möchte, wenn mir ihr neuester Streich gefällt. A DARKER SHADE OF MAGIC ist im Februar 2015 erschienen und stellt uns drei verschiedene Londons vor, einen jungen Zauberer, der von einem London ins andere springt, und eine Schmugglerin, die ihren Kunden kleine Einblicke in die ihnen verwehrten Parallelwelten verschafft. Frische Ideen, realistische Figuren und eine ausdrucksstarke Sprache: Rezensionen und Leseproben haben mich vom Können dieser Autorin überzeugt.

China Miévilles RAILSEA erschien bereits 2012, die deutsche Übersetzung, DAS GLEISMEER, kam im Januar 2015 auf den Markt. Das Genre, in dem der britische Autor Miéville sich bewegt, nennt sich „New Weird„, eine Form der Phantastik, die sich einer konkreten Definition entzieht. Allerdings will New Weird auch genau das – nämlich in keine Schublade gesteckt und auf keine Merkmale reduziert werden, wie es bei den üblichen Phantastik-Genres (High Fantasy, Steampunk, Sci-Fi etc.) der Fall ist. Von Miéville kenne ich bisher PERDIDO STREET STATION, ein Sci-Fi-Horror-Cyberpunk-Fantasy-Spektakel, das im Deutschen in zwei Romane aufgeteilt ist und das ich sehr empfehle. Als nächstes steht nun RAILSEA auf dem Plan.

Eine US-amerikanische Autorin, die über Frauen in einem abgelegenen mexikanischen Dorf schreibt: Jennifer Clements PRAYERS FOR THE STOLEN verarbeitet ein wichtiges Thema, für das sie zehn Jahre lang recherchiert und Interviews geführt hat. GEBETE FÜR DIE VERMISSTEN erschien im September 2014 und zeigt uns das Leben von Mädchen, die als Jungen verkleidet werden, um nicht von den Drogenhändlern verschleppt zu werden, und die trotzdem an ihre Zukunftsträume glauben. Und weil die Leseprobe so authentisch auf Spanisch klang, werde ich es für das Feeling und weil ich so selten auf Spanisch lese, in der Übersetzung lesen.

Leif Randt steht schon länger auf meiner Abschussliste mit seinem Debütroman SCHIMMERNDER DUNST ÜBER COBYCOUNTY. Nun kam aber sein neuer Roman PLANET MAGNON heraus, der mir noch schmackhafter scheint. Ein Gegenwartsroman im Sci-Fi-Gewand, der sprachlich mit Christian Krachts FASERLAND und Bret Easton Ellis‘ LESS THAN ZERO (UNTER NULL) verglichen wird – oho!

MEIN VATER IST PUTZFRAU spielt in der Pariser Banlieue und erzählt die Geschichte von Paul, genannt Polo, der sich den Weg aus dem Ghetto durch sprachliche Bildung sucht. Das klingt ernster und trockener als es ist. Tatsächlich verspricht Saphia Azzeddines zweiter Roman, der im Original schon 2009 erschien, viel schwarzen Humor, tragikomische Figuren und eine wilde Mischung aus Slang und Hochsprache. Die Autorin ist französisch-marokkanischer Herkunft, hat allerdings selbst einen akademischen Hintergrund, den mancher Rezensent ihr auch zum Vorwurf macht. Berechtigterweise? Übrigens: Ich hatte mir vorgenommen, dieses Jahr Französisch zu lernen und dies ist ein schmales Buch … Vielleicht ein Ansporn?

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