deutsche fantasy-autoren

Geh nicht zu tief hinein in die NACHT OHNE NAMEN

Nacht_ohne_Namen

„… Fließende und Fleischliche schließen gelegentlich Pakte. Wir kriegen was von euch, ihr kriegt was von uns. Realität gegen Fließendes Wort. Das heißt, wir können die Gesetze der Natur für euch ein wenig biegen, dafür kriegen wir was von eurer Realität ab. Wir existieren nämlich nicht von uns aus in dieser Welt. Nur durch euch.“ Er öffnete seine zweite Cola und beobachtete nun sie mit einiger Skepsis. „Du sagst gar nichts.“
„Ich soll doch mit den Fragen warten, bis du fertig bist.“
„Ach so, ja. Im Prinzip bin ich fertig.“
Nicki zupfte an einem Salatblatt, das aus ihrem Wrap regte. Eine Weile schwiegen sie sich an.
„Das Rülpsen hat den Auftritt ruiniert, oder?“, fragte er schließlich.

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DIE SEITEN DER WELT – Kai Meyer spaltet das Seitenherz

Seiten_der_Welt

Origamitiere, die sich von Buchstaub ernähren, aus Büchern gefallene Buchstaben mit Schwarmintelligenz, tragische Exlibri, die bei bibliomantischen Experimenten aus ihren Büchern gerissen wurden und ein Leben am Rande der Gesellschaft fristen, ein Friedhof für Bücher, der gleichzeitig ein Garten ist, in dem sie zu neuem Leben gedeihen, und ganz besonders verlockend: Seelenbücher, die die Macht der Bibliomantik wecken … (mehr …)

DIE MAGIER VON MONTPARNASSE: Ein Kammerspiel in sieben Tagen

Montparnasse

Es ist Sonntag, der 26. September 1926 und wir befinden uns im Pariser Künstlerviertel Montparnasse. Genauer gesagt im bescheidenen Hotel „Le Jardin“, das nicht so recht in die opulente Gegend passen will und intime Bühne für die schicksalhaften Ereignisse wird, die sich in den folgenden sieben Tagen zutragen werden. DIE MAGIER VON MONTPARNASSE ist Oliver Plaschkas dritte Romanveröffentlichung und erschien 2010. Sein letztes Buch, DAS LICHT HINTER DEN WOLKEN, stand auf der Shortlist des SERAPH für das beste Buch 2013. (mehr …)

STADT AUS TRUG UND SCHATTEN: Willkommen in Eisenheim

Es war eines dieser Bücher, um die ich bei Erscheinen voller Neugier herumgeschlichen bin, mich aber aus Gründen nicht herangewagt habe. Der Titel, das Cover, eine junge deutsche Fantasyautorin, der Seraph 2013 für das beste Debüt – all das versprach mir verheißungsvolle Lesestunden und die Entdeckung eines neuen Talents. Erst zwei Jahre nach Erscheinungsdatum, als mich ein Buchkaufdrang überfiel, gab ich diesem nach und holte mir Mechthild Gläsers STADT AUS TRUG UND SCHATTEN ins Haus. (mehr …)

SERAPH 2015: Longlists sind online

Seit ein paar Tagen sind die Longlists für den SERAPH 2015, dem Literaturpreis der Phantastischen Akademie, online. Mich interessieren zuvorderst die Nomininierten für das „Beste Debüt“ und in diesem Jahr sind es die beiden Bastei-Lübbe-Titel, die mich locken können. Außerdem möchte ich Kai Meyers DIE SEITEN DER WELT lesen, weil es von Kai Meyer ist und weil es ein Buch über Bücher ist. Interessant klingt auch Christopher Eckers DIE LETZTE KRÄNKUNG.

Das Schöne am SERAPH ist, dass er die Definition von Phantastik recht weit fasst und über den Tellerrand des Dreigespanns Fantasy-Sci-Fi-Horror blickt, um auch in unüblicheren Gewässern zu fischen. (mehr …)

TOCHTER DER ASCHE: Eine Phoenix in Hamburg

Vor wenigen Wochen, im Oktober, wurden die Gewinner des diesjährigen Deutschen Phantastik Preises bekannt gegeben. Das Buch, das in der Kategorie Bester deutscher Roman gewonnen hat, ist PHOENIX – TOCHTER DER ASCHE von Ann-Kathrin Karschnick. Dank einer wundervollen Wanderbuch-Aktion in einem wundervollen Schreibforum durfte ich den Roman, der bereits im Oktober letzten Jahres erschienen ist, lesen. Die Autorin beschreibt ihren Romans selbst als „Teslapunk-Dystopie-Krimi mit romantischen Ansätzen“ (Quelle: Feathergames) und diese knappste aller Genre-Bezeichnungen trifft es auf den Punkt. (mehr …)

Fantasy-Futter

Ich muss mein Konto wieder in den Minusbereich bringen, deshalb habe ich beschlossen, Bücher zu kaufen. Es wird Zeit, endlich mal wieder die Zähne in richtig saftige Fantasyliteratur zu hauen, dazu noch aus deutscher Küche (fast alle) und sogar recht jung. Soll heißen, über diese Bücher spricht man noch. Ich gehe mit der Zeit! Ich weiß jetzt schon, (mehr …)

Der SERAPH 2014

Der SERAPH ist der Preis der Phantastischen Akademie, der jedes Jahr auf der Leipziger Buchmesse in den Kategorien „Bestes Buch“ und „Bestes Debüt“ vergeben wird.
Die tatsächlichen Gewinner hin oder oder her, mich machen alle Shortlistnominierten neugierig und auch ein Blick auf die Longlist lohnt sich natürlich. Mechthhild Gläsers Bücher habe ich nämlich immer noch nicht gelesen, obwohl ich seit Erscheinen darum herumschleiche, das Gleiche gilt für Oliver Plaschkas Romane. Aber ich bin eh eine, die sich selten Neuerscheinungen kauft – aus Mangel an Moneten und weil es so furchtbar viele alte Schätze gibt, die ich noch beackern will. (mehr …)

NOIR: Ein Geistermädchen in Berlin

Ich hatte immer viel übrig für Jenny-Mai Nuyens Geschichten. Hier fand ich, was ich bei vielen anderen bekannten Fantasy-Autoren oft vermisse: Kluge Plots, die immer einen aktuellen Bezug zu unserer Welt und Gesellschaft haben, glaubwürdige, weder-gut-noch-böse Charaktere und eine wunderschöne geschriebene Sprache. Viele Fantasy-Autoren, deutsche wie amerikanische, ersticken an ihrem kommerziellen Erzähl-Brei, wo der Plot schon auf dem Klappentext vorhersehbar ist, die Charaktere dumpf allen Klischees entsprechen, die Dialoge so abgedroschen und flach sind, ebenso der Humor, dass es eine Schande ist. Jenny-Mai Nuyens Geschichten waren da immer anders, direkt aus dem Herzen geschrieben. So auch NOIR. Nie ahnt man, wohin einen die Geschichte weiter trägt und wie sie enden könnte.
Waren Jenny-Mai Nuyens Romane bisher in Fantasy-Welten aus vergangenen Zeiten angesiedelt, so spielt NOIR im Diesseits, es könnte unsere Welt, es könnte unser Berlin sein. Junge Leute, Drogen, Partys, Sex, das alltägliche Leben und ein bisschen Magie. Geister, ein geheimnisvoller Mann, ein noch geheimnisvolleres Mädchen …
Ich möchte hier keine Inhaltszusammenfassung geben, die kann man woanders nachlesen, sondern meine Faszniation für diese Geschichte ausdrücken. Wer düstere, romantische, aber völlig kitschfreie Urban Fantasy liebt, dem wird dieses Buch gefallen. Wer damit leben kann, dass nicht alle Geheimnisse aufgelöst werden, die Geschichte kein allzu kuscheliges Happy End nimmt und dass nicht alles auf der Welt gut wird, nur weil Nino Sorokin und Noir aufeinander treffen, der wird dieses Buch vermutlich sogar lieben. Ich hatte bereits vermutet, bevor ich das Buch in Händen hielt, dass die Autorin hier in anderen Gefilden schwimmen würde. Es ist ein bisschen Zeit seit ihrer letzten Veröffentlichung vergangen, der zweite Teil einer Trilogie, die nicht vervollständigt werden sollte, und die Autorin hat einen großen Entwicklungsschub getan. Schriftstellerisch wie auch persönlich, möchte man meinen. Da ich nur ein wenig älter als sie selbst bin, konnte ich diese Entwicklung sehr gut nachempfinden, als ich diese beim Lesen von NOIR bestätigt sah.
Wie schon gesagt, ich bin vor allem in oben genannten Punkten von Jenny-Mai Nuyens Schreibkunst überzeugt, und so hat sie mich auch mit diesem Roman restlos begeistert. NOIR ist eines meiner „Lieblingsbücher“ geworden, etwas, das mir schon lange nicht mehr widerfahren ist.

Autsch

Welch grausiger Fauxpas, die talentierte Jenny-Mai Nuyen mit dieser Frau zu vergleichen. Die Peinlichkeit ereignet sich auf der Website von 1LIVE, die scheinbar wenig Ahnung von Fantasyliteratur haben. Oder einen ganz üblen Geschmack.

Ich hab sofort nach einer Kommentar-Funktion gesucht, um jemanden dort kräftig anzufahren, aber die gibt es leider nicht, also muss ich auf diesem Wege meinem Missfallen Luft machen, damit die Welt mit mir vor Empörung aufschreit.
Die Sendung werde ich mir natürlich trotzdem anhören …