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Olympiade der Schreibenden – und morgendlich eingelullte Gedanken

Wer gern bei Schreibwettbewerben mitmacht, genauer aus dem Bereich der Phantastik, die wie Pilze aus dem Boden sprießen, dem ist die Storyolympiade wahrscheinlich nicht fremd. Alle zwei Jahre findet der Wettbewerb mit großer Beteiligung und Begeisterung statt. Waren es zur ersten Ausschreibung 1999 gerade einmal 42 Einsendungen, musste sich die Jury 2004 durch 578 Geschichten kämpfen. Zum aktuellen Wettbewerb waren es 109 Einsendungen, das Thema hieß „Masken“, und ich habe mit meiner Geschichte den dritten Platz erreicht.

Das heißt … ich wurde eingeladen auf dem diesjährigen MucCon aus meiner Geschichte zu lesen. Das ist eine Fantasyconvention, die im November in München stattfindet. Und ich habe gesagt, ich fahre hin. Aber ich muss alleine fahren, weil sich meine lieben Freunde nicht für sowas interessieren. Das ist schade. Allerdings ist es vielleicht weniger das geringe Interesse an phantastischer Literatur als die Entfernung von hier nach dort und die Kosten und das Wetter …

Also fahre ich alleine hin, mit gemischten Gefühlen. Ich bin sehr neugierig auf den MucCon und auf die Gesichter hinter der Storyolympiade und freue mich wohl auch ein bisschen. Aber vollends freuen kann ich mich nicht, denn es bedeutet: Viele fremde Menschen.
Ich fühle mich unweigerlich an diese schreckliche Erstsemesterzeit erinnert, als alle rumstanden und sich kennenlernen mussten. Was war er unangenehm, der gezwungene Smalltalk. Ja, es interessiert mich einen Scheißdreck, wo die Leute herkommen und was sie ausgerechnet an diese Uni getrieben hat. Und weil sie so anstrengend ist, die erste Kommunikation, halte ich oft lieber die Klappe. Ich interessiere mich erst für Menschen, wenn ich sie kenne. Deshalb habe ich irgendwann doch die guten Leute kennengelernt, auf zufälligen, entspannten Wegen. Teilweise vielleicht zu spät, aber es sind alles Diamanten.

Ich merke, dass der Gedanke ausgeufert ist. Sicherlich wird es gut auf dem MucCon, schließlich sind es fantastische Köpfe, die sich dort tummeln, und ich bin auch ein fantastischer Kopf. Das schweißt zusammen. Anders als im ersten Unisemester, wo man erst durchschauen muss, was die Leute von dieser Institution erwarten und ob die Erwartungen mit den eigenen übereinstimmen.

Guten Morgen.

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… während meiner Recherchen zu Literatur des British Imperialism

The historian, essayist, and parliamentarian Thomas Babington Macaulay (1800–1859) served as a member of the supreme council of the East India Company from 1834 to 1838, where he oversaw major educational and legal reforms. The „Minute“ was written as a rebuttal to those council members who believed that Indian students should continue to be educated in Sanskrit and Arabic as well as English; Macaulay’s party carried the argument.
[…]
I have no knowledge of either Sanscrit or Arabic. — But I have done what I could to form a correct estimate of their value. I have read translations of the most celebrated Arabic and Sanscrit works. I have conversed both here and at home with men distinguished by their proficiency in the Eastern tongues. I am quite ready to take the Oriental learning at the valuation of the Orientalists themselves. I have never found one among them who could deny that a single shelf of a good European library was worth the whole native literature of India and Arabia. . . .'“

Ein Auszug aus: http://www.wwnorton.com/college/english/nael/victorian/topic_4/macaulay.htm

Es ist schwer, sich in einen Kopf des 19. Jahrhunderts hineinzuversetzen, einen intellektuellen Kopf, der aus heutiger Sicht engstirniger und in seinen Behauptungen naiver kaum sein könnte.

Ich beschäftige mich mit Rassismus in den Harry Potter-Büchern, genauer mit der Diskriminierung von Hauselfen.

Harry Potter erforschen

Ich schreibe meine Bachelor-Arbeit. Und zwar in meinem Studienfach Anglistik über Rassismus in den Harry-Potter-Büchern.

Der lässt sich an unterschiedlichen Stellen in den Romanen finden. Offensichtlich ist der Rassismus, den Voldemort und seine Todesser Muggeln und „Schlammblütern“ entgegenbringt, weniger offensichtlich vielleicht der Rassismus, der mehr oder weniger explizit gegen Hauselfen, (Halb-)Riesen, Werwölfen etc. gerichtet ist. Interessant ist hierbei, dass nicht nur Zauberer, die Voldemorts Politik unterstützen, sich rassistisch gegenüber letzterer Gruppe verhalten, sondern auch die Helden der Romane.
Und führt man es weiter, gibt es auch die Squibs, die Zauberer ohne Zauberkräfte, die nicht wenig darunter zu leiden haben, dass sie hinter ihren magisch bewandten Verwandten anstehen. Und führt man es noch weiter muss man auch Multikulturalismus mit hineinziehen. Die Quellen sind unerschöpflich und eins hängt mit dem anderen zusammen. Und es herrscht noch leichtes Chaos in meinem Kopf.

Doch das sind grob die Themen, mit denen ich mich seit einer Weile beschäftige und noch eine längere Weile weiter (und vor allem intensiver) beschäftigen werde. Und für Brainstorming, Kopfklärung ud Gedankenordnung nutze ich dieses Blog, um meine Forschungen abseits der B.A.-Arbeit in Worte zu fassen.

Seien wir gespannt. Ich bin es.